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Pressebericht vom 15.01.2014

Unwetter treiben die Einsatzzahlen der Feuerwehr in die Höhe
Ehrenamtliche werden 2013 in Königswinter zu 423 Einsätzen gerufen

Extreme Wetterereignisse und die Beseitigung der damit einhergehenden Schäden haben die Einsatzzahlen der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter im vergangenen Jahr auf insgesamt 423 Alarmierungen nach oben getrieben. Nur 2011 lagen sie seit der kommunalen Neuordnung mit 550 Einsätzen noch höher. Auch damals waren Unwetter die Ursache für die häufigen Notrufe. Die Personalstärke derjenigen, die diese Arbeit in Königswinter in 8 Einheiten ehrenamtlich leisten, konnte hierbei 2013 gehalten werden. 

Die Feuerwehr war insgesamt 262 Mal zur Durchführung technischer Hilfeleistungen gefordert. Alleine am 20. Juni 2013 und in den folgenden Tagen musste die Wehr rund 130 Mal ausrücken, weil nach einem Gewitter außergewöhnlich heftige Niederschläge schwere Schäden in der Rheinschiene verursacht hatten. Wegen des verheerenden Hochwassers an der Elbe waren kurz zuvor 13 Mitglieder der Feuerwehr Königswinter mit 3 Einsatzfahrzeugen eine Woche lang zur überörtlichen Hilfe in dem rd. 550 km entfernten Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt) eingesetzt. Schließlich brachten auch die Orkane „Christian“ am 28.10. und „Xaver“ am 5.12.2013 sowie andere Unwetter noch einige Arbeit für die Löscheinheiten, sodass wegen Wasser- und Sturmschäden insgesamt 186 Einsätze geleistet werden mussten. Koordiniert wird in Königswinter die Hilfe nach solchen großflächigen Unwetterereignissen im Lagezentrum der Wehr, das sich seit 2012 im neu errichteten Feuerwehrhaus Oberdollendorf befindet. 

Die wichtigste Aufgabe der Feuerwehr war die Rettung von 5 Menschen, die sich in verschiedenen Notlagen befanden. Nach Verkehrsunfällen wurde die Wehr 28 Mal eingesetzt. 2 Gefahrguteinsätze waren wegen Explosionsgefahr durch Gasströmung bzw. ausgelaufenem Öl zu leisten. Auch Tieren, die sich in 5 Notlagen befanden, musste geholfen werden. Bei 30 Einsätzen waren die Ehrenamtlichen zur Unterstützung des Rettungsdienstes tätig, um verschlossene Türen zu öffnen, Tragehilfe zu leisten oder Einsatzstellen auf Autobahnen abzusichern. In diesen Zahlen, die sich seit Jahren auf hohem Niveau befinden, spiegelt sich auch eine gesellschaftliche Entwicklung wieder. Immer häufiger müssen Wohnungstüren gewaltsam für den Rettungsdienst geöffnet werden, weil ältere allein lebende Patienten sich in ihrer Wohnung in einer Notlage befinden und eine schnelle Türöffnung durch Familie oder Nachbarschaft nicht möglich ist. 

Neben dem Schwerpunkt der technischen Hilfeleistungen rückten die Löscheinheiten 2013 zu insgesamt 49 Löscheinsätzen aus. Es brannte in Wohngebäuden (16 Mal), auf Flächen (13 Mal) und in einem Industriebetrieb (1 Mal). 8 Fahrzeugbrände mussten gelöscht werden. Darüber hinaus wurde die Feuerwehr 11 Mal alarmiert, weil zum Beispiel Abfallbehälter oder Container brannten. 

In der Jahresstatistik zu nennen ist schließlich auch die hohe Zahl von 112 Fehlalarmierungen, wobei 30 Mal automatische Brandmeldeanlagen nicht bestimmungsgemäß ausgelöst hatten. 

In der Feuerwehr Königswinter steht mit 314 Mitgliedern für den Einsatzdienst fast die gleiche Anzahl wie im Vorjahr zur Verfügung. Auch die Personalstärke in der Jugendfeuerwehr, in der sich Jungen und Mädchen ab 10 Jahren engagieren, blieb auf dem Niveau des Vorjahres. Ein durch Demografie und gesellschaftliche Entwicklung allgemein prognostizierter Rückgang der Mitgliederzahlen kann daher in der viel beschäftigten Wehr bislang nicht beobachtet werden. Herausforderung für die Zukunft wird es sein, den Mitgliederstand zu erhöhen und sicherzustellen, dass insbesondere an Werktagen tagsüber ausreichendes Personal zur Verfügung steht.

 

  




Einsatz im Landkreis Stendal über 5 Tage


Einsatz beim Elbehochwasser bis zur Erschöpfung


Unwettereinsatz am 20.6. in der Talschiene Foto: Lg. Bockeroth


Über 130 Einsätze am 20.6. und in den folgenden Tagen Foto: Lg. Bockeroth


Dachstuhlbrand in Oberdollendorf am 6.12.


Dachstuhlbrand in Komp am 29.12.