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Pressebericht vom 16.07.2010

Neues Hubrettungsfahrzeug für Löschzug Altstadt
Neue DLA (K) 23-12 GL-T CS Vario in Königswinter eingetroffen

Die Stadt Königswinter (NRW) beschaffte für den Löschzug Altstadt ein neues Hubrettungsfahrzeug vom Typ DLA (A) K 23-12 GL-T CS Vario. Eine Delegation der Stadtverwaltung, der Wehrführung sowie Vertreter der Löscheinheit Altstadt konnten am 14.07.2010 das Fahrzeug im Iveco Magirus Stammwerk in Ulm in Empfang nehmen.

Vor Ort erfolgte eine umfangreiche, 2-tägige Einweisung in die Fahrgestell- und Aufbautechnik für die 4 Multiplikatoren der Löscheinheit Altstadt. Wenn die Ausbildung in der für das Fahrzeug verantwortlichen Einheit in ca. 4-5 Wochen abgeschlossen ist, wird die alte DLK 23-12 n.B. nach 23 Dienstjahren außer Dienst gestellt.

Die Planungen für die DLA (K) begannen Anfang des Jahres 2009. Eine Projektgruppe erstellte ein Pflichtenheft mit den detaillierten Anforderungen. Die Ausschreibung an sich erfolgte europaweit durch die Kommunal- und Abwasserberatung NRW Dienstleistungs-GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Durch die Anschaffung eines Vorführfahrzeuges konnten zusätzliche Kosten eingespart werden.

Als Fahrgestell dient ein Mercedes Benz Atego 1529 F mit Allison Automatikgetriebe und Retarder, 210 KW Motorleistung und 15.500 kg zulässigem Gesamtgewicht.

Den Aufbau fertigte die Firma Iveco Magirus Brandschutztechnik. Aufgrund der Altstadtbebauung und einiger Objekte, die nur einseitig angefahren werden könnnen, entschieden sich die Verantwortlichen zur Beschaffung einer Drehleiter mit Gelenkarm. Der 3.50m lange Gelenkarm im 5-teiligen Leiterpark kann um bis zu 75 Grad abgewinkelt und zusätzlich 1.20m teleskopiert werden. Der Teleskoparm wird so auf 4.70m verlängert und bietet ca. 30% Mehrleistung gegenüber der reinen Gelenkleiter. Zurückliegende Dachgauben, Terrassen, Giebelrückseiten und Dachschrägen können so effektiver erreicht werden, die Eindringtiefe wird optimiert. Im Unterflurbereich ist die Leiter bis -17 Grad einsetzbar.

Im obersten Leiterteil befindet sich eine fest verlegte Rohrleitung für den Lösch- bzw. Wenderohreinsatz. Die verwendete Varioabstützung erlaubt eine stufenlose Abstützung bis maximal 5.20m.

Der Rettungskorb ist für eine Belastung von 270 kg ausgelegt und verfügt über 2 getrennte Einstiege sowie eine Kamera in der Korbvorderseite. Der Maschinist am Hauptbedienstand hat so den Arbeitsbereich des Rettungskorbes im Blick, auch wenn sich dieser außerhalb seines Sichtfeldes befindet. Im Korb sind ständig ein Einreißhaken, eine Axt sowie ein Strahlrohr mit einem kurzen C-Schlauch untergebracht. Ein alternativer Angriffsweg über die DL ist so problemlos möglich. Die beiden Multifunktionsösen können die beschafften Zusatzausrüstungen aufnehmen. Neben einem Wenderohr mit Hohlstrahldüse, zusätzlichen Abgängen und einem maximalen Durchfluss von 1600l/min, wird eine Krankentragenlagerung für DIN-Krankentragen und Schleifkorbtragen mitgeführt. Ein Auf- und Abseilgerät; eine Halterung für den elektrisch betriebenen Überdrucklüfter; 2 Gerätekästen für den Einsatz der Motorsägen im Korb; ein Xenon Scheinwerfer sowie eine Aufnahmebrücke für 2 Flutlichtscheinwerfer ergänzen die Ausstattung.

Neben der aktiven Schwingungsdämpfung wurden folgende Software-Optionen berücksichtigt: Kleiner und großer Kranbetrieb, Memorysteuerung zur Speicherung von Leitermanövern, Schachtrettungsfunktion, automatische Leiterauflagensteuerung und ein vollautomatischer Soforteinstieg vor dem Fahrerhaus.

Die Beladung orientiert sich an der DIN. Des Weiteren werden 2 Motorsägen, eine Teleskopsäge, 2 Lüfter, faltbare Verkehrsleitkegel, 2 Säcke mit Absturzsicherung, ein Stativ und ein Spineboard mitgeführt.

Die Stromversorgung wird über einen gekapselten Stromerzeuger, der sowohl vom Korb- als auch vom Hauptbedienstand gesteuert werden kann, sichergestellt.

Für die passive Sicherheit tagsüber und bei Dunkelheit wurde die DL, inklusive der Obergurte des Leiterparks, mit einer umlaufenden Konturmarkierung beklebt. Für die Beleuchtung des Arbeitsbereiches sorgen verstellbare Xenonscheinwerfer am Leiterpark, im Bereich des Podiums sowie ein Scheinwerfer in der Vorderseite des Rettungskorbes und eine Umfeldbeleuchtung. Ein weiteres Sicherheitsmerkmal für die Absicherung des rückwärtigen Verkehrsraumes ist die Rückfahrkamera mit Display im Fahrerraum.

DLA (K) 23-12 GL-T CS Vario

Feuerwehr Königswinter

Fahrgestell: Mercedes Benz Atego 1529 F

Motorleistung: 210 KW / 286 PS

Länge: 10 000 mm

Breite: 2500 mm

Höhe: ­3180 mm

Radstand: 4760 mm

Zul.Ges.Gewicht: 15500 kg (aufgelastet)

Aufbau: Iveco Magirus Brandschutztechnik

Text und Fotos: Heiko Basten, Lz. Altstadt




Die neue Drehleiter


Das Abholteam des Löschzugs bei Iveco Magirus in Ulm


Einweisung in das Fahrzeug in Ulm


Seit Freitag in Königswinter


Anbau von Geräten am Korb


Alt und neu derzeit noch nebeneinander


Fotos: Heiko Basten, Lz. Altstadt