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Pressebericht vom 24.09.2004

Vermuteter Suizid entpuppt sich als Wildunfall
ICE-Führer spürt bei Tempo 300 einen Schlag und leitet eine Notbremsung ein. Feuerwehr, BGS und Bahnmitarbeiter suchen drei Kilometer Trasse ab. Insgesamt 12 Einsätze in fünf Tagen.

Schlimmes befürchten ließ die Meldung, mit der am Freitagabend gegen 21.30 Uhr die Löschgruppe Ittenbach der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter zur ICE-Trasse Frankfurt-Köln alarmiert wurde. „Person unter Zug“, so lautete das Einsatzstichwort. Der Lokführer eines ICE-Schnellzuges hatte kurz nach der Ausfahrt aus dem Tunnel Ittenbach bei einer Geschwindigkeit von etwa 300 Stundenkilometern einen heftigen Schlag verspürt und eine Notbremsung eingeleitet. Auf Höhe des Ortes Stieldorferhohn zum Stehen gekommen, fand der Fahrer des Zuges Blutspuren am Triebwagen vor und alarmierte Bahn- und Rettungsleitstelle, da er einen Suizid-Versuch vermutete. Die Löschgruppe Ittenbach mit 22 Einsatzkräften, Stadtbrandinspektor Michael Bungarz, der Rettungsdienst der Stadt Königswinter, Beamte des Bundesgrenzschutzes und der Notfallmanager der Deutschen Bahn AG eilten zur Einsatzstelle. Nach Sperrung der Trasse durch die DB AG untersuchten Feuerwehrleute den Triebwagen, während ein weiterer Trupp zusammen mit Bahnmitarbeitern und den BGS-Beamten etwa drei Kilometer der Strecke nach Unfallspuren absuchten. Glücklicherweise stellte sich bei der Suche heraus, dass der Zug nicht mit einem Menschen, sondern mit einem Wildschwein kollidiert war. Nach etwa einer Stunde konnte die Trasse wieder freigegeben werden. Die Passagiere mussten während der gesamten Einsatzdauer aus Sicherheitsgründen im Zug verbleiben. Weniger dramatisch ging es bei den drei anderen Einsätzen zu, die Einheiten der Feuerwehr Königswinter am Freitag abzuarbeiten hatten. Die Drehleiterbesatzung des Löschzugs Altstadt holte eine Katze von einem Hausdach, von dem das Tier alleine nicht wieder herunter kam. Der Löschzug Oelberg sowie die Löschgruppe Eudenbach wurden zur Beseitigung von verkehrsgefährdenden Ölspuren gerufen. Mit vier Einsätzen war der Freitag somit der „Höhepunkt“ einer äußerst arbeitsreichen Woche für die Freiwillige Feuerwehr Königswinter, die innerhalb von fünf Tagen zwölf Mal alarmiert wurde, unter anderem zu einem Messeinsatz bei einem Großbrand in Troisdorf und zu mehreren schweren Verkehrsunfällen beziehungsweise PKW-Bränden.